Arche in PotsdamArche Potsdam
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Zum 20. Geburtstag:

Die Arche wird 20

Seit nunmehr zwanzig Jahren kreuzt die Arche durch die Sintflut der Zeit. Noch unter DDR-Verhältnissen gezimmert, ist sie heute so notwendig wie damals. Für sie gilt das Paradox. Nur wer der Zeit ganz nahe ist, gerat zu ihr in Widerspruch und sucht nach Möglichkeiten ar die Oberwindung ihrer Übel. Die Arche bietet die Geborgenheit, aber auch die Gefährdungen eines Schiffleins auf wild bewegter See. Sie hat eine hellwache, sensible, unbeirrbare Mannschaft und kluge Passagiere, die gemeinsam mit den Anforderungen wachsen. Es wird viel geredet in unserer Zeit, protestiert und gefordert, vor allem Geld. Konzepte werden entworfen, Projekte angeschoben, immer neue Strukturen angepriesen. Nichts von all dem in der Arche. Hier wird Jahr um Jahr, Monat für Monat jeden Dienstagabend der Versuch unternommen, die Welt zu erkennen, von Gott her und zu Gott hin. Namhafte und weniger bekannte Theologen, Philosophen, Künstler, Historiker, Politiker aller Richtungen, unterschiedlicher Konfessionen und Weltanschauungen breiten ihr Wissen und ihre Erfahrungen vor einem zum Mitdenken bereiten Publikum aus, ernten Zustimmung, Widerspruch, Fragen. Der Gebende wird zum Beschenkten und der Zuhörer zum Mitsucher der Wahrheit. In der Arche redet man nicht über Toleranz, man praktiziert Sie. Mit ihrem anspruchsvollen Programm würde die Arche jeder Akademie Ehre machen. Aber sie bezieht gewollt keinerlei Forderung aus einem. Steuersäckel; hier bringen - ganz unakademisch - Veranstalter, Referenten und Zuhörer ein, was sie zu geben bereit und imstande sind: an Kenntnissen, Zeit, Aufwand, Spenden, Freude, Begeisterung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Dennoch kommt das Außerordentliche unspektakulär, ja selbstverständlich daher. Wer wie jedes Mitglied der Arche- Mannschaft sich nicht als Nabel der Welt ansieht, sondern als Geschöpf Gottes begreift und nach dem, Wort lebt: "Die Wahrheit wird euch frei machen", der tut einfach, was er tun muss. Im Vertrauen auf den Steuermann Jesus Christus und getragen von der reichen Tradition der Kirche. Dank und Zuspruch für die Arche. Weiterhin gute Fahrt in Richtung Regenbogen und Taube mit dem Olivenzweig. Ad multos annos!

 Dr. Sigrid Grabner